WLAN Marchettigasse
Ein Forschungsprojekt von Bino
na Biso in Wien
Seit ca.
einem Jahr wird im Rahmen des WLAN-Marchettigasse getestet,
wie mit einfachen und kostengünstigen Mitteln Netzwerk und damit
Internetanschlüsse im nachbarschaftlichen Bereich verteilt werden
können.
Als Basistechnologie verwenden wir Microwellensender und das IEEE
Protokoll 802.11b. Damit können im Normalfall Strecken von einigen
100 Metern bzw. 1 Stockwerk eines Stahbetonbauwerkes versorgt werden.
Die Hochfrequenztechnik bietet jedoch selbst erfahrenen Funkern immer
wieder Überraschungen. So ist zum Beispiel ein im Haus
Marchettigasse 5 im Dachgeschoss montierter Accesspoint hervorragend im
Erdgeschoss zu empfangen.
Zur Zeit sind bis zu drei verschiedene Accesspoints im Einsatz, die 8
Wohnungen mit Internet versorgen. Zentraler Verteilerpunkt ist eine
Firewall, auf der seit Anbeginn (also nun ein Jahr lang) ein Redhat
Linux 9 unterbrechungsfrei seinen Dienst verrichtet.
Wiederverwertung auch hier
Die Infrastruktur besteht bewusst aus Teilen, welche wir auch bei
unseren Projekten in Kinshasa einsetzen würden: Ausgemusterte
Computer und 10 MBit Hubs, kostengünstige und leicht zu
transportierende Accesspoints von Dlink, Siemens oder Hirschmann. Die
Firewall z. B. laeuft auf einem P100 Rechner aus Beständen des
Aussenamtes, der von einem VUM-Projekt in Zimbabwe übrig geblieben
ist. (PCs unter PII werden von uns nicht mehr nach Afrika
transportiert sondern hier verwertet).
Richtantennen aus Pringlesdosen
Um die Reichweite zu erhöhen, bauen wir Richtantennen
aus alten Pringlesdosen. Falls diese nicht ausreichen, versuchen
wir Slotted
Waveguides herzustellen. Dies ist ein mit einfachen Mitteln
bearbeitetes Vierkantrohr.
Finanzierung
Die angschlossenen Nachbarinnen und Nachbarn beteiligen sich mittels
eines einmaligen Betrages von meist 80 € und einem monatlichen Betrag
von 10-15€ an den Materialkosten, wie z.B. Accesspoints, WLAN-Karten,
Kabel, Steckverbindungen und was sonst noch zugekauft werden musste.